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Heute stellen die Finanzmärkte eines der letzten Refugien dar, in dem Faszination, Abenteuer,
Gewinn und Erfolg wirklich jedem zugänglich sind.
Die Börse, das Geld, die Gier, der Gewinn, die Macht.
Angst und Verzweiflung, Hoffnung und endgültiger Ruin. Geliebt und gehaßt zugleich.
Über kein anderes Metier gibt es so viele unsinnige Vorurteile, gerne geglaubt und nachgesprochen
von jener gigantischen Zahl von Personen, die keine, aber auch keine Ahnung von einem der faszinierensten
Bereiche des Lebens haben: dem, wie es Mr. Jesse Livermore nennt, "Spiel der Spiele".
Erstmals erwähnt wird ein festes Gebäude für den Börsenhandel im 15. Jahrhundert in Brügge.
Das Haus der Familie van der Beurse. Hier trafen sich Händler um ihre Geschäfte abzuschliesen.
Zweifellos ist der Begriff "Börse" vom Namen der Familie van der Beurse abgeleitet.
Im 16. Jahrhundert etablierten sich auch in anderen Städten wie Antwerpen, London und Hamburg derartige
Märkte mit geregelten Handelszeiten. Das erste echte, ausschließlich für den Börsenhandel bestimmte Gebäude
wurde im Jahre 1613 in Amsterdam eingeweiht. Hier konnten auch die ersten Aktien
(Vereinigte Ostindische Compagnie), neben Staatsanleihen und Schuldbriefen gehandelt werden.
Auch Terminkontrakte gab es schon, die bereits mit allen Rafinessen versehen waren,
die diese Marktinstrumente heute auszeichnen.
Auch zum ersten Börsenchrash kam es hier. Nachdem die Geschäfte der Vereinigte Ostindische Compagnie
sehr gut liefen und sehr hohe Dividenten an die Aktionäre ausgeschüttet wurden, stieg der Aktienkurs
von Tag zu Tag. 1688 wurde eine ganze Flotte von Schiffen mit wichtiger Ladung aus Batavia erwartet.
Im Vorfeld kauften Spekulanten die gerade erst neu etablierten Optionen und Futurekontrakte.
Allerdings nicht die Put- sondern die Longseite. Die Anleger und Spekulanten wurden von der Nachricht überrascht,
dass einige Schiffe der Flotte in schwerer See untergegangen waren. Dies löste einen panikartiken Verkauf
von Anteilen der Gesellschaft aus.
Anleger die besonnen agierten erlitten zwar einige Verluste, wurden aber nicht ruiniert.
Spekulanten von Gier getrieben, auf Kredit spekulierend alle Vorsicht ausser Acht lassend,
wurden ruiniert und aus dem Markt geworfen. So was passiert auch heute, Jahrhunderte später, immernoch.
Aber wie heisst es so schön "Das Geld ist ja nicht weg - es hat halt nur ein Anderer" !
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